Kaum ein Feuerwehrmann kommt so hoch hinaus

Leiter des Feuerwehrflugdienstes kommt aus Ohe

Sein Einstieg zum Aufstieg in der freiwilligen Feuerwehr begann bereits 1976, als Hans Gunter Bostel (58) in den aktiven Dienst seiner Heimatwehr Ohe eintrat. »Der frühere Wehrführer ließ über meinen Vater ausrichten, dass ich dringend mal eben zur Feuerwehr kommen soll«, erinnert sich der damals 17jährige junge Mann. Nichtsahnend machte er sich auf den Weg zur Wache und wurde prompt zum Mitglied rekrutiert. Damit begann ein Hobby, das in den darauffolgenden 40 Jahren voller Aktivitäten steckte und nie langweilig werden sollte. Ob als Gruppenführer, Schriftwart auf Orts- und Gemeindewehrebene, oder als Festausschuss; der Brandmeister übte viele Funktionen sehr zur Zufriedenheit seiner Kameraden aus, woraufhin sie ihn 2002 zum stellvertretenden Ortswehrführer wählten. Nachdem diese Zeit als Ehrenbeamter vorüber ging war mit seinem herausragenden Engagement jedoch noch lange nicht Schluss: Bostel meldete sich im Oktober 2007 beim Feuerwehrflugdienst an! 

Die Aufgabe des Flugdienstes besteht im Wesentlichen darin, Großschadenslagen wie Waldbrände oder Hochwasserkatastrophen aus der Luft zu erkunden und Lageberichte an die örtliche Einsatzleitung am Boden zu übermitteln. Was zunächst einfach klingt muss allerdings mit viel Aufwand organisiert werden. Denn der Flugdienst verfügt über kein eigenes Flugzeug, sondern muss sich die benötigten Maschinen chartern. »Die Piloten sind teilweise Mitglieder aus Feuerwehren und teilweise Privatpersonen«, schildert Bostel die damit verbundene erforderliche Organisation. Und die kennt wohl kaum jemand besser als er. Denn seit März 2013 leitet er als Fachwart die gemeinsame Flugbeobachtung der Kreise Stormarn und Segeberg. Erstellung von Dienstplänen, Durchführungen von Versammlungen, Übungs- und Ausbildungsorganisation zählen zu seinem Aufgabengebiet. »Starten wir am Flughafen Hartenholm, Lübeck, Uetersen oder Neumünster? Alles Fragen die vorher zu klären sind«, weiß der erfahrene Feuerwehrmann. Dass er Adleraugen hat, beweist er nicht nur in der Luft, sondern auch bei der Budgetplanung und in der Administration, – ihm entgeht kein wichtiges Detail. Dabei ist es notwendig und ihm sehr wichtig im engen Kontakt mit den Kreisfeuerwehrverbänden und Kreiswehrführern zu stehen, die dieser Abteilung übergeordnet sind. Er sorgt für Transparenz und klärt gern über seine Aufgaben und die Arbeit seiner 20 Mann starken Truppe auf.

Hans Gunter Bostel ist ein Mann der es hoch hinaus geschafft hat, aber dabei nie wirklich “abgehoben” ist. Dies schätzen vor allem die Kollegen seiner Heimatwehr Ohe an dem Organisationstalent.

Hans Gunter Bostel (2. von rechts) bei der Stabsarbeit während des Elbe-Hochwassers 2013

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.